|

Hole in One – Vermessung eines Ansaugstutzens

Ein 9 Meter langes Rohr mit 700 mm Durchmesser, der Einstieg in 10 Metern Höhe und alle Arbeiten am Seil: So haben wir den Ansaugstutzen einer Trinkwasserfassung vermessen.

Steckbrief

Kunde / BrancheKonstruktionsbüro Hersche, Trinkwasserversorgung
BauteilAnsaugstutzen (Rohrleitung), Ø 700 mm, Messlänge ca. 9 m
EinsatzortVor Ort, Einstieg in 10 m Höhe
ScannerCreaform HandySCAN Black | Elite
SoftwareReverse Engineering (as-built-Modell), Control X
Aufwand8 Stunden gesamt, davon ca. 1 Stunde Messung
ErgebnisAbweichungsbericht mit Falschfarbenplots, 2D-Schnitten und Empfehlungen
Der Ansaugstutzen
Der Ansaugstutzen

Die Aufgabe

Das Konstruktionsbüro Hersche hat uns mit der Vermessung eines Ansaugstutzens für die Trinkwasserversorgung beauftragt. Der Stutzen wird in rund 40 Metern Tiefe im Bielersee verankert. Eine aus dem Schwarzen Meer eingeschleppte Muschel sorgt dort für starken Bewuchs, deshalb wird das Rohr regelmäßig von einer Maschine gereinigt. Damit diese Maschine sicher arbeiten kann, muss das Rohr eng toleriert sein. Unsere Aufgabe: prüfen, ob es das ist.

Das Besondere

Ein Rohr vermessen klingt einfach. Hier kamen allerdings einige Dinge zusammen:

  • Der Einstieg lag in 10 Metern Höhe, Targets setzen und Messen ging nur hängend im Klettergurt. Und das in Socken: Mit Schuhen hätte die Reibung der Sohle die Targets abgescheuert.
  • Das Rohr hat 700 mm Durchmesser, vermessen werden sollte ein rund 9 Meter langes Stück. Dafür braucht es einen Handscanner, der über diese Distanz sehr genau trackt.
  • Beide Rohre mussten vorher gereinigt werden: eines war mit Sediment belegt, das andere noch mit Gleitmittel aus der Produktion. Beim ersten Anlauf mussten wir deshalb sogar abbrechen – auf dem Gleitmittel hielten weder Targets noch Klebeband, erst nach der Reinigung ging es weiter.
  • Dazu kam wechselhaftes Wetter: Zwischendurch musste improvisiert werden, wie man den Laptop trocken hält und verhindert, dass es ins Rohr reinregnet.
Blick in die Rohrleitung: alle Arbeiten wurden am Seil durchgeführt
Blick in die Rohrleitung: alle Arbeiten wurden am Seil durchgeführt

Unsere Lösung

Gemessen haben wir mit dem HandySCAN Black | Elite. Dafür haben wir rund 2000 Targets im Rohr angebracht und danach wieder entfernt. Die eigentliche Messung war nach etwa einer Stunde erledigt, der gesamte Einsatz dauerte 8 Stunden.

Durch Produktion und Montage lässt sich so ein Bauteil nicht direkt mit den CAD-Daten vergleichen. Deshalb haben wir aus den Messdaten per Reverse Engineering ein as-built-Modell erstellt und dieses für die Analyse genutzt. In Control X haben wir die kritischen Stellen per Falschfarbenplot gefunden und anschließend mit 2D-Konturschnitten die Abweichungen genau beziffert.

Links das Rohr wie vermessen, rechts das Reverse-Engineering-Modell
Links das Rohr wie vermessen, rechts das Reverse-Engineering-Modell

Das Ergebnis

Der Kunde hat einen Bericht mit allen Abweichungen bekommen, inklusive konkreter Empfehlungen, wo nachgearbeitet werden muss. Damit ist klar, ob und wo die Reinigungsmaschine sicher durch das Rohr fährt. Schon beim Scan zeigte sich: Das gefertigte Rohr wich deutlich vom CAD-Modell ab – harte Formtoleranzen ließen sich damit nicht sinnvoll prüfen. Stattdessen haben wir das Reverse-Engineering-Modell genutzt, um gezielt zu verifizieren, dass Biegeradien und Einschnürungen groß genug sind, damit die Reinigungsmaschine sicher hindurchfahren kann.

Falschfarbenplots mit 2D-Schnitten
Falschfarbenplots mit 2D-Schnitten

Ähnliche Aufgabe?

Schicken Sie uns ein Foto vom Bauteil. Wir melden uns mit einem präzise kalkulierten Angebot.

Ähnliche Beiträge